Die 3. Kammer des VG Düsseldorf bleibt dabei: Flüchtlingsstatus für alle syrischen Geflüchteten

Mit diesem Urteil bestätigt die 3. Kammer des VG Düsseldorf einmal mehr ihre Linie zur höchst umstrittenen Frage, unter welchen Umständen Schutzsuchenden aus Syrien die Flüchtlingseigenschaft im Sinne der GFK (§ 3 AsylG) zuzuerkennen sei. Da die Kammer maßgeblich darauf abstellt, dass syrischen Staatsangehörigen bereits aufgrund längeren Aufenthalts im westlichen Ausland nebst Asylantragstellung eine Verfolgung durch die syrischen Behörden droht, haben nahezu alle syrischen Geflüchteten einen Anspruch auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft. Die positive Entscheidung des Gerichts in diesem Fall ist insoweit keine große Überraschung.

Positiv bleibt aber immerhin noch hervorzuheben, dass sich die Kammer offensichtlich auch nicht von den zwischenzeitlich ergangenen negativen Entscheidungen verschiedener Oberverwaltungsgerichte bzw. Verwaltungsgerichtshöfe hat irritieren lassen.

Interessant sind außerdem die ergänzenden Ausführungen des Gerichts, die gerade den Kläger des vorliegenden Verfahrens betreffen. Insoweit stellt des Gericht auf vom UNHCR entwickelte sogenannte Risikoprofile ab. Der hiesige Kläger erfülle gleich zwei dieser Risikoprofile: Er sei nämlich Wehrpflichtiger und stamme aus einem von Regimegegnern beherrschten Gebiet. Deswegen sei gerade er in besonderem Maße im gedachten Fall einer Rückkehr nach Syrien der Gefahr einer Verfolgung ausgesetzt.

Das Bundesamt kann binnen eines Monats die Zulassung der Berufung gegen dieses Urteil beantragen.

VG Düsseldorf, Urteil vom 17.01.2017, 3 K 9607/16.A

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